Osteopathie Kinder

Möglichkeiten der Osteopathie bei Säuglingen und Kindern

Die aktuelle Verfassung des Körpers und der Zustand der Gewebe wird nicht nur von äußeren Einflüssen bestimmt, sondern bereits von seiner Entwicklung im Mutterleib entscheidend geprägt. Selbst minimale Störungen können Spuren im Gewebe hinterlassen. Das letzte Schwangerschaftsdrittel und die ersten beiden Lebensjahre eines Menschen sind aus osteopathischer Sicht besonders kritische Phasen für den Organismus. Neben anderen wichtigen Entwicklungsschritten findet in dieser Zeit die Schulung und Reifung des Nervensystems statt.

Die Ausformung des Schädels ist ein bedeutender Prozess für eine optimale Funktion der Sinnesorgane, eine gesunde Körperabwehr, eine freie Atmung und vieles andere mehr. Die Schädelknochen sind durch das Wachstum ständig in Bewegung. Der Schädel eines Neugeborenen hat 45 Knochen, die bis zum Erwachsenenalter zu 22 Knochen zusammenwachsen. Bis zum 2. Lebensjahr schließen sich vier Fontanellen. Diese Lücken zwischen den Schädelknochen sind zunächst durch eine Membran verschlossen. Die normale Entwicklung kann durch Verletzungen und Stöße gestört werden.

Das wichtigste Ereignis in dieser kritischen Lebensphase ist die Geburt. Während der Entbindung wirken ungeheure Kräfte auf das Kind ein. Auf diese große Bewährungsprobe ist der Organismus von Natur aus bestens vorbereitet. Das Becken der Mutter ist durch hormonellen Einfluss wesentlich elastischer und kann dem Druck des kindlichen Schädels besser nachgeben. Die Schädelnähte des Kindes sind noch flexibel und können sich übereinanderschieben, so dass der Kopf besser durch den Geburtskanal passt. Das neugeborene Kind besitzt natürliche Regulations- und Selbstheilungskräfte, die die Störungen durch den Geburtsvorgang meist schon ausgleichen können. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Atmung, das Saugen und das Schreien.

Teilweise reichen die eigenen Regulationsmechanismen des Kindes jedoch nicht aus, und es bleibt eine leichte Schädelasymmetrie oder ein Schiefhals zurück. Spannungen zwischen einzelnen Schädelknochen können zu Kompressionen an Durchtrittsstellen von Nerven oder Blutgefäßen führen. Typische Folgen sind Schluck- und Saugstörungen, sowie Erbrechen bei Säuglingen. Bei manchen Kindern sind die Störungen zunächst noch gut kompensiert, und die Auswirkungen zeigen sich erst im Schulalter als Wirbelsäulenverkrümmung, Lern- und Konzentrationsschwäche oder Hyperaktivität.

Eine frühzeitige osteopathische Behandlung kann dazu beitragen, dass Fehlspannungen und Einschränkungen des Bewegungsapparates, der inneren Organe und des Nervensystems, die durch den Geburtsvorgang entstanden sind, vom Organismus selbst wieder aufgelöst werden und damit unangenehmen Folgen vorgebeugt wird.

In USA und England wird die osteopathische Untersuchung des Neugeborenen zunehmend zum allgemeinen Routine- und Prophylaxeprogramm für Neugeborene hinzugezogen. Heute gibt es zwei rein osteopathisch arbeitende Kinderkliniken: in San Diego, Kalifornien von Viola Fryman und das Osteopathic Centre for Children in London von Stuart Korth.

 

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